Ausstellungstipp: Nach Damaskus. Karl Ernst Osthaus und die islamischen Künste

Shownotes

Nach Damaskus. Karl Ernst Osthaus und die islamischen Künste

  1. November 2026 – 21. Februar2027

Museumsplatz 1 45128 Essen Öffnungszeiten: Di, Mi 10–18 Uhr; Do, Fr 10–20 Uhr; Sa, So 10–18 Uhr; Mo geschlossen

Museum Folkwang

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00:00:04: Ein Podcast von der Kulturstiftung der Länder.

00:00:10: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Ausstellungstipps der Kulturstiftung Der Länder, in dem es um eine Ausstellung im Volkwangmuseum geht.

00:00:20: Das Museum in Essen ist vor allem bekannt für seine herausragende Sammlung moderner Kunst.

00:00:25: Jetzt zeigt das Museum eine Ausstellungen über islamische Kunst.

00:00:29: Wie das zusammenpasst darüber spreche ich mit der Koratoren dieser Ausstellung Nadine Engel Mit der Ich jetzt telefonisch verbunden bin.

00:00:37: Ich grüße Sie Frau Engel.

00:00:38: Hallo schön dass wir sprechen

00:00:40: Vor Engel, wenn wir über Ihre aktuelle Ausstellung sprechen, dann müssen wir über die Anfänge des Volkwagenmuseums sprechen.

00:00:48: Das wurde Ninzehundertzwei gegründet und zwar als eines der ersten Museen, das programmatisch moderne avant-gadistische Kunst gesammelt hat.

00:00:56: Karl Ernst Osthaus Der Gründer hat – man könnte rückblickend sagen – Klassiker der Moderne gesammelten also Renoir, Van Gogh, Gauguin oder Cézanne.

00:01:05: Und jetzt eröffnen Sie eine Ausstellung mit dem Titel nach Damascus, Karl Ernest Osthaus und die islamischen Künste.

00:01:13: Wie kommt das?

00:01:15: Wenn Sie da jetzt schon den Überraschungsmoment erlebt haben, habe ich eigentlich die Hälfte meines Ziels schon erreicht.

00:01:21: Denn es wissen ganz wenig Leute, dass wir hier am Volkwang auch eine große Sammlung angewandter Künste haben.

00:01:28: Die geht auf Karl Ernst Osthaus zurück und die Erforschung dieser Sammlungen ist in den letzten Jahren etwas in Stocken geraten.

00:01:35: Das war der Anlass für die Ausstellung, die sie dann im Volkwang sehen

00:01:39: können.

00:01:40: Sie haben eine relativ große islamische Sammlung in ihrem Haus und die ist schon entstanden lange vor dem Erwerb der berühmten Gemälde, die ich gerade genannt habe.

00:01:50: Ja das ist sehr interessant!

00:01:53: kommt eigentlich in ihren Anfängen zustande, schon in den Jahren achtzehn, achtenneunzig und neuneinzig.

00:01:58: Das heißt also vier Jahre bevor das Museum überhaupt eröffnet.

00:02:02: Und das ist auch genau der interessante Punkt, dass nämlich vor die großen Werke, die man so kennt und mit dem Museum Vorkwang in Verbindung bringt, Renoir Van Gogh-Goghan, dass da eben die islamische Kunst eine Rolle spielt.

00:02:14: Es gibt sogar ganz kurze Zeit den Gedanken, dass man sogar ein Museum für islamischen Kunst gründet wobei es dann sehr schnell wird verworfen wird.

00:02:24: Und genau genommen wollte Osthaus eigentlich auch ein Naturkundemuseum gründen?

00:02:29: Das sind die Anfänge... Er interessiert sich sehr stark für Kleinstlebelüsen und das ist auch der Grund, warum er nach Algerien und nach Tunesien reist.

00:02:39: In Begleitung seines ehemaligen Lehrers, dem Naturwissenschaftler Heinrich Schmidt.

00:02:44: Und dort sind die beiden eigentlich unterwegs um kleine Schnecken, um Krebse zu sammeln.

00:02:50: Und Osthaus ist aber dann so fasziniert von der Kultur, die er dort erlebt, dass er seinen Freund, seinen Begleiter in den Tümpeln und Seen stehen lässt und in die Stadt geht auf Entdeckungsjagd.

00:03:02: Und da kommen dann auch erste Ankäufe

00:03:04: zustande.".

00:03:06: Um das noch mal zeitlich einzuordnen... ...Ninzehnhundertzwei habe ich schon gesagt, ist des Museum Volkwangen eröffnet worden.

00:03:13: Sechs Jahre zuvor hat Karl Ernst Osthaus von seinen Großeltern ein großes Vermögen geerbt!

00:03:19: Was ist denn in diesen sechs Jahren passiert zwischen dem Erbe- und der Museumseröffnung?

00:03:25: Da ist ziemlich viel passiert.

00:03:27: Das erste ist natürlich die Überlegung, überhaupt einen sehr großen Teil dieses Erbes zu investieren in ein Museum – das heißt der Öffentlichkeit, ein Teil dieses Geldes wieder zur Verfügung zu stellen mit dem Ziel eben Kunst, in das ja doch zu dieser Zeit sehr schwarze Ruhrgebiet zu bringen und damit auch die Schönheit den Menschen hier in das Gebiet zu bringen.

00:03:53: Und dann fangen eben die ersten Ankäufer an und ganz schnell wird dann auch ein Museumsbau in Auftrag gegeben.

00:04:00: Sie können sich vorstellen, das geht ja nicht über Nacht, dass man so einen Museum baut.

00:04:04: Insofern gibt es da eben in den ersten Jahren diese Anfangsphase wo man versucht ist Museum zu konzipieren, wo der Bau sich verändert bis dann als zwei die Türen

00:04:15: aufgehen.".

00:04:18: Ihre Ausstellung heißt nach Damaskus.

00:04:21: Warum Damaskus, um diesen sozusagen letzte noch offene zu klärenden Begriff in ihrem Ausstellungstitel zu erklären?

00:04:34: Zweite Reise war in die islamisch geprägte Welt, die für ihn den entscheidenden Umbruch gebracht hat.

00:04:41: Für ihn ist diese zweite Reise, die er, von Griechenland über die Türkei nach Syrien den Libanon und dann wieder zurück am Mittelmeer nach Ägypten und danach Hagen gemacht, ist der entscheidende Moment wo er sich selbst als Kunstsammler definiert.

00:05:00: Vorher die Objekte, die er zusammenträgt bei der ersten Reise stellt er noch als Ethnografiker aus.

00:05:05: aber eben nach dieser zweiten Reise da versteht er sich selber als Kunstsamler und da hebt er sozusagen auch im Geist die Dinge Zukunft werken.

00:05:15: Und ganz entscheidend ist für uns eigentlich im Nachhinein zu sehen sich die Veränderungen, die da passiert von ethnografischen Objekten hin zu Kunstwerken im Geiste sozusagen auch an den Objekte ablesen lässt.

00:05:33: eben der Aufenthalt in Damaskus spielte eine besondere Rolle.

00:05:36: Das ist der Ort, wo er auf die Suche geht nach einem großen syrischen Interieur, einem Empfangsraum das dann auch nach Hagen, dass heute im Dresden im japanischen Palais aufbewahrt wird.

00:05:54: und da kann man wirklich sagen Da guckt er sehr stark auf das Einzelwerk, die Qualität des Einzelwerks und man kann fast auch schon den Meisterwerkbegriff darauf anwenden.

00:06:07: Das Damaskuszimmer ist jetzt in Dresden und in Teilen in ihrer Ausstellung zu sehen und es ist deshalb in Dresten weil nach dem Tod von Osthaus ein Teil der Sammlung veräußert wurde.

00:06:22: Eigentlich sind die gesamten Osthaussammlungen veräußert worden.

00:06:25: Es gab ja unterschiedliche Teile, zu uns hier nach Essen sind ein Teil der angewandten Kunst gekommen und auch das was wir eben mit der klassischen Moderne in Verbindung bringen.

00:06:35: es gab aber auch Stücke die in Familienbesitz geblieben sind damals das Zimmer dazu.

00:06:41: Die Erben haben dann noch nach dem Tod, ich glaube im Jahr neunzehnundzwanzig das Zimmer angeboten hier in Essen und hier den damaligen Direktor Ernst Großebrücke fragt ob es da nicht eine Möglichkeit gäbe das Zimmer hier noch zu integrieren.

00:06:57: Das wurde dann damals aber abgelehnt.

00:07:01: Sie zeigen jetzt dreihundert Objekte aus vielen Regionen und Jahrhunderten in dieser Ausstellung.

00:07:06: Was zeigen sie?

00:07:07: Und vor allen Dingen wie zeigen sie das?

00:07:09: Wir zeigen das in der chronologischen Reihenfolge, wie sich die Sammlung hier am Musim-Vorkwang entwickelt hat.

00:07:15: Wir beginnen also mit den ersten Reisen in Angefangen von vorislamischen Glasgefäßen bis hin zu Textilier, dann gibt es eine Vitrine sie sich dem Osmanischen Reich wird mit ein großer Schwerpunkt liegt im Iran.

00:07:54: Im alten Persischen Königreich und auch in Spanien

00:07:59: wo Sie gerade das Stichwort Spanian sagen neben dem Damaskuszimmer oder Teilen davon, die sie zeigen.

00:08:06: Gibt es auch eine Sammlung spanisch-islamischer Keramik?

00:08:10: Die wie ich gelernt habe herausragend ist.

00:08:15: Ja das war ein Wissen dass bei uns folg am Haus vollkommen verloren gegangen ist.

00:08:21: Diese Sammlung ist in relativ kurzem Zeitraum nach Hagen gekommen innerhalb von nur zwei Jahren.

00:08:27: Interessant ist, wer die Vermittler in dem Fall sind, die die Stücke nach Haken bringen – das einmal Hans Wendtland, den kennt man wenn man sich mit der klassischen Moderne beschäftigt eigentlich eher so als Händler, der mit den Nationalsozialisten zusammenarbeitet bzw unter diesen arbeitet und der andere ist Walter Grun... Der ist damals noch nicht der Direktor des staatlichen Bauhauses, sondern noch Student und ist in Spanien um keramische Techniken zu studieren.

00:08:55: Deshalb hat eben auch das frühe Bauhaus eine keramisch Werkstatt dabei sehr interessiert und er kommt genauso wie Wendland mit Gropius in Kontakt und ist aber gleichzeitig sind beide in den Netzwerken der spanischen Sammler verhaftet so dass die große eine große Sammlung zusammengetragen werden kann und wirklich auch herausragende Stücke.

00:09:17: In den zehner Jahren gibt es dann Literatur, Überblicksliteratur zur Kunst in denen die Volkwang-Sammlungen zusammen mit den Sammlungen Berlin London und New York als die herausragenden Sammlungs dieser Art beschrieben werden.

00:09:34: Und wir haben das eigentlich erst wieder entdeckt, zwanzig neunzehn als nämlich drei Experten für spanische Fliesenkaramek hier darum baten in Essen unsere Sammlung anzuschauen.

00:09:45: Da kam es wieder zu Tage

00:09:48: und der seinerzeit noch einigermaßen unbekannte Walter Gropius verdanktisch liesslich später Osthaus möglicherweise seine Karriere die wahrscheinlich einen anderen Weg genommen hätte wenn sie sich nicht in Spanien getroffen hätten.

00:10:02: Ja, der Kontakt blieb und man sagt das Osthaus eben wichtige Weichen gestellt hat dass Gropius dann in Weimar Direktor werden konnte.

00:10:11: Sie haben es schon angedeutet die Ausstellungsergebnis davon, dass sie sich jetzt jahrelang mit ihren Beständen beschäftigt haben.

00:10:17: wie muss ich mir das vorstellen?

00:10:20: Die erste Idee kam eben zu einer Ausstellung von dem Besuch der spanischen Kollegen Und dann haben wir anstrengend unternommen, die gesamte spanische Fliesensammlung nicht nur zu erarbeiten in Zusammenarbeit mit Herrn Plexisfuello, Herrn Pletzer und Herrn Antrell Sanchez Cabezudo.

00:10:39: Sondern wir haben auch gleichzeitig angefangen diesen Sammlungsbereich zu restaurieren.

00:10:44: Das waren sehr umfangreiche Maßnahmen, die vier Jahre gedauert haben und danach stellte sich dann die Frage, in welchem Kontext war diese Sammlung eigentlich eingebettet?

00:10:53: Und Ziel war es dann eben, sich anzuschauen wie die islamische Kunst am Museum Volkwang wahrgenommen worden ist was sie für Auswirkungen hatte und was wir überhaupt für Objekte haben.

00:11:06: Das heißt wir haben dann in einem dritten Schritt eigentlich verschiedene Wissenschaftlerinnen engagiert, die Expertise im Bereich haben um die Sammlung weiter aufzuarbeiten.

00:11:17: Es gab eine Kollegin, die sich der Objekterschließung gewidmet hat.

00:11:22: Die hat sich also alle unsere Objekte noch einmal genau angeguckt neu beschrieben in Schriften entziffert Vergleichsbeispiele herausgesucht.

00:11:30: das war sozusagen die eine Grundlage.

00:11:33: und die andere Kollegin ist spezialisiert nicht nur auf Keramik und auf die islamische Kunst sondern auch auf die Provenienzforschung im Bereich der Angewandten.

00:11:44: Die hat sich dann also auf die Suche gemacht, wie die Objekte in unsere Sammlung gelangt sind.

00:11:50: Und das war wirklich herausragende Arbeit!

00:11:53: Sie hat über eine Tausend Fünfhundertseiten Archivmaterial gewälzt Und wir haben da wirklich ganz grandiose Ergebnisse auch erzielt, sodass wir jetzt eigentlich erstmals wissen wie die Stücke zu uns gekommen sind.

00:12:06: Zu welcher Zeit sie zu uns kamen sind.

00:12:08: Welches Netzwerk es da gab mit welchen Händlerinnen Osthaus in Kontakt stand?

00:12:13: Mit welchen Persönlichkeiten.

00:12:16: Und daraufhin haben sich dann eben weitere Restaurierungsprojekte angeschlossen, so wie ein internationales Symposium in dem wir versucht haben mit Wissenschaftlerinnen hohen Rangs unsere Sammlung noch weiter zu kontextualisieren.

00:12:32: Osthaus hat ja nicht nur die islamische Kunst bewundert sondern er hatte ich in meiner Vorbereitung gelesen habe.

00:12:41: Er war, ich sag mal Gelinde gesagt geprägt von einer sehr Eurozentristischen Perspektive oder, ich sag mal den Vorstellungen seiner Zeit die man in Deutschland gepflegt hat.

00:12:54: Das was ja nicht durchaus nicht unproblematisch ist das etwas was sie auch thematisieren?

00:13:00: Wir versuchen das.

00:13:01: Das kann natürlich über Texte eher geschehen als über Objekte, was da ganz ausschlaggebend für uns ist und auch für unsere Museumsgeschichte – es ist eine Ausstellung, die in den Neunzenhörzern in Hagen passiert.

00:13:14: Da werden gerade die Bande zwischen dem, was das Osmanische Reich und später die Türkei war und Deutschland eben politisch Gestärkt von politischer Seite, die sogenannte deutschtürkische Waffenbrüderschaft.

00:13:29: Und zeitgleich wird eben das gesamte Museum in Hagen umgewandelt zu einer Dauerausstellung Islamische Kunst in allen Räumen.

00:13:38: Das wird begleitet von Vorträgen, die das gesamte Team des Volkwagen Museum macht zur Weltstellung der islamischen Kunst und wir können tatsächlich in den Rezensionen nachvollziehen dass diese Korrelation besteht zwischen der Politik und dem was im Museum passiert.

00:13:57: Wir werden es in der Ausstellung vor allem über Dokumenten darstellen können.

00:14:01: leider haben sich keinerlei Fotos oder auch Installationsansichten aus der Zeit erhalten.

00:14:09: Und in der Ausstellung stellen sie ja den historischen Objekten aus dieser Sammlung jetzt zeitgenössische Kunst gegenüber, mich würde interessieren wie verändert das dem Blick auf die Objekte diese ausstellen?

00:14:25: Ja, also für mich war es ganz wichtig dadurch dass wir es ja mit einer männlichen und europäischen Perspektive auf die islamische Kunst zu tun haben das wir sozusagen in der jetzt Zeit ein Gegengewicht dazu schaffen.

00:14:38: Und da spielen eben die Werke der zeitgenossischen Künstlerinnen zeigen eine große Rolle.

00:14:46: Das ist zum Beispiel Dana Awattani, die eben die traditionellen Kunstgattung der islamischen Kunst wie die Keramik aber auch das Textil in ihrer Arbeit in die zeitgenössische Kunst überträgt.

00:14:59: und nicht nur dass sie thematisiert eben solche Fragen wie nach der Translokation der Dinge, nach dem Verlust von bestimmten Dingen und auch die Frage, wie es eigentlich in der islamesgeprägten Welt weitergeht kann nach kriegerischen Zerstörungen.

00:15:17: Und dieser Blick, ja ich hoffe dass der eine andere Perspektive nochmal auf die Werk, die wir in der Sammlung haben, wirft.

00:15:26: Genauso war es wichtig für mich mit einer weiblichen Gestalterin aus der islamisch geprägten Welt zusammenzuarbeiten um auch hier noch mal eine Reflexionsebene einzuführen.

00:15:39: Wir haben mit Huda Abi Fares zusammengearbeitet, die bekannt dafür ist Arabische Typografie zu erhalten und sich für neue Wege im arabischen Design einzusetzen und gerade in der Schriftkunst.

00:15:54: Und sie hat für uns einer Typer, eine Schriftart entwickelt, die im Prinzip damit spielt wie wir als Europäer, die wir nicht arabisch lesen islamische Schriften wahrnehmen.

00:16:05: Wir nehmen sie als ästhetisch wahr, wir können sie aber auf den ersten Blick nicht lesen.

00:16:09: Und was Frau Abi Fares für die Ausstellung gemacht hat und für die Schrift, die sie für die ausstellung entwickelt hat das ist auch deutsch und auf englisch und wir können aber durch die durch die ornamentik der schrift auf den ersten blick die schrift gar nicht so leicht zu leicht entziffern.

00:16:26: also sie dreht sozusagen den Vorgang um, den wir als nicht arabisch sprechende Europäer vor islamischer Typen haben.

00:16:36: Sie haben in der Vorbereitung dieser Ausstellung ja erstmals mit einem Community-Beirat gearbeitet – mit Menschen aus Essen die Bezüge zu diesen Herkunftsregionen und der Objekte haben.

00:16:48: Mich würde interessieren wie ist es dazu gekommen?

00:16:51: Und was ist dabei entstanden.

00:16:53: Wir sind uns ja ganz klar gewesen von Anfang an, dass wir hier als Wissenschaftlerinnen die Sammlung erschließen.

00:17:02: Die eben nicht aus den Herkunftsländern der Objekte stammen.

00:17:05: das heißt wir können in gewisser Weise zwar das Buch Wissen wiedergeben, aber den emotionalen Bezug zu den Objekten.

00:17:14: Die Funktionen die diese erfüllt haben im Lebenszusammenhang der Menschen können wir ja gar nicht nachvollziehen und da war es mir eben ganz wichtig dass wir Menschen haben die uns in diesem Prozess begleiten und von denen wir lernen können Und die vielleicht auch durch diese Zusammenarbeit mit uns ein Stück weit sehen können, wie das Museum arbeitet und einen Blick hinter die Ecolisten bekommen.

00:17:39: Das war wirklich sehr fruchtbar dieser Zusammenarbeit.

00:17:42: Wir hatten eine fantastische Gruppe von Menschen zusammen von der jungen Schülerin angefangen bis zur Rentnerin von islamischen Theologen bis zu Menschen, die in der Pflege arbeiten und zwar wirklich sehr eine gegenseitige Wertschätzung und ein gegenseitsiges Lernen und Miteinander.

00:18:02: Dass ich hoffe dass man in der Ausstellung einfach das sich überträgt.

00:18:07: Was haben die Ihnen denn erklärt?

00:18:08: Wie das riecht wie das klingt wie das schmeckt oder wie das in der Lebenspraxis benutzt wird?

00:18:13: ein bestimmtes Objekt

00:18:15: Ja, ganz unterschiedliche Dinge.

00:18:16: Also bei denen haben ganz viele Objekte die bei uns in der Sammlung sind, ganz starke Emotionen und Erinnerungen hervorgerufen sei es eben als wir über das Damaskuszimmer geredet haben dass eine Teilnehmerin gesagt hat genau so ein Empfangsraum gab es bei ihren Großeltern und sie weiß noch genau wie sich angefühlt hat die Finger über diese Holzschnitzereien und Malereien fahren zu lassen oder aber einfach auch die Tatsache viele Schriften nicht identifizieren konnten.

00:18:45: Und durch die Expertise im Beirat war es eben ein leichtes, die Inschriften zu entsiffern und nicht nur das diese sogar einzuordnen um die Objekte dadurch besser zu verstehen.

00:19:00: Die Beiratsmitglieber haben auch mit uns diskutiert was das Hauptmotiv der Ausstellung sein kann.

00:19:08: Sie haben dafür gesorgt dass eben ja die emotionale Seite der Objekte und auch der Kultur, die sie vertreten.

00:19:16: Und aus der sie stammen in der Ausstellung präsent sein wird.

00:19:21: Mich interessiert was bleibt denn nach Erforschung dieses Bestandes?

00:19:26: Nach der Vorbereitung der Ausstellungen?

00:19:30: Beispielsweise gibt es ja einen großen Begleitband.

00:19:32: Was bleibt am Ende erhalten?

00:19:35: Es bleibt das gesamte Wissen, was wir geschafft haben über die letzten Jahre.

00:19:39: Das ist das Grandiose!

00:19:40: Wir wussten ja vorher gar nicht, was für einen Schatz wir beherbagen und wie wir diese Objekte auch in den Kontext der Dauerausstellung integrieren können.

00:19:52: welche Objekte wir haben, was diese Aussagen und wie wir diese in neue Kontexte zusammenbringen können mit den Werken der klassischen Moderne.

00:19:59: Und das andere ist – Wir haben auch wieder umgehen gelernt mit der angewandten Kunst.

00:20:04: Das ist ja ein Wissen, dass hier am Haus wirklich leider seit den Sechziger Jahren zunehmend in den Hintergrund getreten ist Trotz, obwohl wir eigentlich diese große Sammlung mit tausend siebenhundert Inventar-Nummern in dem Bereich haben.

00:20:16: Auch das ist glaube ich etwas was bleibt und was für die Zukunft einfach eine große Rolle spielen

00:20:22: wird.".

00:20:24: Was war denn für Sie persönlich?

00:20:26: Die größte Überraschung des größten AHA Effekt oder der größte Lerneffekt?

00:20:30: oder den verblüffensten?

00:20:34: Ich bin eigentlich an allen Ecken und Enden überrascht worden.

00:20:38: Also ich hatte eine ungefähre Vorstellung davon, dass die Sammlung islamischer Kunst, die wir im Volkwang haben tragen kann aber das es sich wirklich um eine der frühen Sammlungen in Deutschland handelt.

00:20:51: Das war mir von... Es war mir nicht klar!

00:20:53: Das konnte ich vorher nicht wissen Und mich haben ganz oft die Objekte einfach mitgenommen und überrasacht.

00:21:01: Das sind Objekte, die man nahe anschauen muss.

00:21:04: Die man erleben muss in der Art und Weise wie sie gemacht sind.

00:21:08: Und die faszinieren einfach... das ist ein ästhetischer Genuss den ich hoffe, den viele Besucherinnen jetzt in den nächsten Monaten erleben können.

00:21:30: Essen zu sehen.

00:21:31: Weitere Informationen zu dieser Ausstellung, zu anderen von uns geförderten Projekten und natürlich auch weitere Ausstellungstipps finden Sie auf unserer Internetseite kulturschiftungen.de und auf unseren Social Media Kanälen, auf Instagram Facebook linked in Blue Sky und YouTube!

00:21:47: Mein Name ist Hans-Georg Möck und Ihnen Frau Engel ganz herzlichen Dank für dieses interessante Gespräch und die Einblicke in Ihre Ausstellung.

00:21:56: Vielen Dank Herr Möeg.

00:21:57: ich freue mich sehr auf die vielen Besuchenden.

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