00:00:00: Er war tatsächlich einer der Stars, könnte man sagen.
00:00:02: Der Kunstgeschichte... Das macht man einmal im Leben, dass man wirklich einen Künstler dieser Bedeutung zeigen kann!
00:00:18: Einen wunderschönen, ja ich sag heute mal guten Abend an alle Hörerinnen und Hörern unseres Podcasts Ausstellungstipps der Kulturstiftung der Länder weil wir ja tatsächlich am ganz späten Nachmittag diese Episode aufzeichnen.
00:00:32: Heute geht es um einen Maler, der – was die Wirkungsgeschichte angeht – Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raphael oder Tizian ebenbürtig wäre, sagt der verantwortliche Kurator der ersten größeren Ausstellung zu diesem Künstler überhaupt außerhalb von Italien.
00:00:50: Correggio heißt der Maler.
00:00:52: Correiggio berührend menschlich, heißt die Ausstellung, die die staatlichen Kunstsammlung in Dresden vom neunzehnten September zwethausendsechsundzwanzig bis zum zehnten Januar zweitausendsiebenundzwantzig im Zwinge in Dresten zeigen.
00:01:07: und mit dem gerade zitierten Kurator Doktor Andreas Plackinger bin ich jetzt telefonisch verbunden.
00:01:14: Ich grüße Sie Herr Plackenger.
00:01:15: Guten Abend!
00:01:16: Ich grüsse Sie.
00:01:16: Herr Plackinger waren Sie zuletzt in der Emilia-Romania?
00:01:20: Ich war tatsächlich im Dezember zum letzten Mal in der Emilia-Vomania, im tiefsten Nebel und es hat viel geregnet.
00:01:27: Und ich bin die Orte abgereist, die Coreggio... Ja!
00:01:30: In den Coreggios tätig war, die ihn geprägt haben und das war natürlich sehr, sehr aufregend gerade wenn man an so einem Projekt sitzt sich nochmal vor Ort umsehen zu können.
00:01:41: Für alle jene, die das jetzt nicht wissen.
00:01:43: Die Emilia-Romania ist eine Region, die bekannt ist als Heimat von Ferrari, Maserati oder Lamborghini.
00:01:50: Dort stammt der Parmesan Käse oder der Parmaschenken her während der Renaissance.
00:01:55: Malacoreggio, der nach Fünfzehnhundert in dieser Region gewirkt hat vergleichsweise vor allem im Vergleich mit den großen Namen, die ich gerade genannt habe eher unbekanntes Aber das war einmal anders.
00:02:09: Ja, also er war tatsächlich einer der Stars, könnte man sagen.
00:02:12: Der Kunstgeschichte.
00:02:13: Er war einer der Künstler die das Bildungsbürgertum auf jeden Fall kannte.
00:02:19: Und wenn Sie bei einem Blick in die europäische Literatur werfen, dann werden sie feststellen wie omnipräsent dieser Coreggio ist.
00:02:26: Also er wird erwähnt von Goethe, von Balzac, von Ibsen und von den Brüdern Gongkuch.
00:02:32: Man könnte wirklich eine Literaturgeschichte im Kleinen schreiben, wenn man nur mal die Bemerkung zu Coreggios sammeln
00:02:38: würde.".
00:02:39: Ich mache jetzt mal Werbung für unser Stiftungsmagazin Aspo Toto.
00:02:44: Da haben Sie nämlich für die Ausgabe eins, zwei tausend sechsundzwanzig einen Beitrag über genau diese Ausstellung, über die wir sprechen verfasst.
00:02:52: Den man übrigens im Internet findet unter kulturschtiftung.de slash dem minus himmlischen minus nahe und dort haben sie genau das geschildert wie zahlreiche Schriftsteller auf Korecce verweisen.
00:03:06: was haben die denn über Korecche geschrieben?
00:03:09: Also die waren in erster Linie begeistert wie nahbar durch ihn dass Das Heilige geworden ist, also Goethe beispielsweise erwähnt in seinen Gesprächen mit Eckermann.
00:03:20: Bei ihm ist das Heilige allgemein menschlich geworden so schreibt er.
00:03:24: oder für Baldsack.
00:03:25: Er schreibt über ein Gemälde dass wir auch eine Ausstellung haben werden einen Venus.
00:03:29: das sei eines der herausragendsten Werke der Kunst.
00:03:33: Und natürlich, was mich als Kunsthistoriker interessiert ist das nicht nur die Schriftsteller begeistert waren sondern dass Maler über Jahrhunderte sich an diesem Maler Correggio orientiert haben.
00:03:44: Also beispielsweise ein Annibale Karachi Ein Rubens Ein Anton Raphael Mengs oder auch Künstler wie Bouché also Künstlern, die ganz unterschiedlich sind.
00:03:57: jeder konnte für sich aus Corredo aus Corregios Kunst etwas ziehen und das ist natürlich hochspannend.
00:04:02: Jetzt sind wir natürlich in der misslichen Situation über Bilder zu sprechen, die man in einem Audio-Podcast nicht hört.
00:04:10: Können Sie das einem Hörer erklären?
00:04:13: was das bedeutet?
00:04:15: Dass Corecho das eilige Nahbar gemacht hat?
00:04:18: Stellen sie sich beispielsweise vor Figuren, die eine ganz beseelte Mimik haben, die irgendeine unglaubliche Freude ausstrahlen in ihrer Körperhaltung eben mit ihren Gesichtszügen, die unglaublich reaktiv sind.
00:04:34: Die uns anblicken und das Ganze dann häufig in Bildern mit einer ganz ausgeklügelten besonderen Lichtsituation mit wirklich spektakulären Helldunkel.
00:04:48: Und stellen Sie sich auch Figuren vor, die eine unglaublich weiche Haut, unglaublich flaumiges Haar haben.
00:04:57: Ja und dann machen sie sich klar, dass diese Bilder um Fünfzehnhundertreißig entstanden sind.
00:05:02: Also lange bevor eigentlich die Barockmalerei, die große Emotionen ins Bild setzt.
00:05:07: Und lange bevor ein Caravaggio beispielsweise das Helldunkel zum Grundprinzip seiner Gestaltung
00:05:13: macht.".
00:05:13: Es gibt einen Gemälde daß sich auch im Besitz der staatlichen Kunstförmung Dresden befindet.
00:05:18: Das ist Lanotte.
00:05:19: Ein Gemäle von Coretto, das im achtzenden Jahrhundert als das berühmteste Gemälden Europas galt.
00:05:25: wie kommt das?
00:05:26: Tatsächlich wissen wir, dass es sogar schon sechzehnhundertsechzig als Famousissima sozusagen als allerberühmtest bezeichnet worden ist.
00:05:35: Ich denke das Gemälde ist deswegen so berühmt weil es eben eine Vielfalt von Emotionen vermittelt also einerseits Mutterliebe erschrecken angesichts dieses Wunders, dass das Licht der Welt auf die Welt gekommen ist oder auch erstaunen Freude Beseeltheit, Ratlosigkeit alles in einem Bild versammelt.
00:05:58: Und das Verrückteste ist ja eigentlich dass dieses Bild sich heute im Dresden befindet.
00:06:03: Es kam daher ein Kurfürst Friedrich August II als König von Polen August III Dass er eben die Sammlung des Herzugs von Modena aufgekauft hat der dieses Bild besessen hat und vielleicht noch in Klammern dazu.
00:06:18: Das Bild selbst ist in die Sammlung des Herzogs Von Modena durch Diebstahl gelangt.
00:06:24: Einer seiner Vorgänger hat das Bild aus der Kirche stehlen lassen, weil die Gemeinde es nicht rausrücken wollte.
00:06:30: Aber der fürstliche Sammler wollte es unbedingt haben.
00:06:34: Sechzehnhundertvierzig hat er's dann geschafft durch einen Einbruch.
00:06:37: Also da kann man vielleicht auch ablesen wie begehrt Coreggio gewesen ist schon im siebzehnten Jahrhundert.
00:06:44: Dieses Modena von dem Sie gerade sprechen – Das ist ja heute der Filmsitz von Maserati und wenn man dort In Richtung Nordosten fährt eine halbe Stunde, dann gelangt man nach Coreggio.
00:06:57: Woher ja der ursprünglich Antonio Allegri-Heißende seinen Namenszusatz herhat?
00:07:05: Und wenn man noch mal nach guter Halbestunde weiterfährt, dann genankt man Nach Parma wo Coreggios die Kuppel des Domes ausgemalt hat Und das in einer Weise, die – das wissen Sie besser als ich – die Kunstgeschichte enorm beeinflusst hat.
00:07:19: Können Sie das mal beschreiben was man da sieht und worin dieser Einfluss lag?
00:07:24: Ja also stellen sie sich vor, Sie stehen im großen Kirchenraum haben über sich eine große Kuppel und was Sie sehen ist Eine Wolkenspirale, in der sich Engel tummeln.
00:07:39: Viele Figuren überschneiden sich manchmal sehen sie nur Beine und dann sehen Sie eine Gestalt die fällt wirklich aus der Mitte vom Himmel Und die Mutter Gottes, deren Himmelfahrt wir da sehen Die fährt nach oben und es scheint als würden sich die Wände auflösen Als würde ja über uns wirklich einfach nur Wolke und lichter Himmel sein.
00:08:01: Und damit ist Coreggio zum Ahnherren der illusionistischen Deckenmalerei des Barock geworden, also das was die Künstler hundert Jahre später in Rom machen ein Andrea Pot so beispielsweise.
00:08:12: Das nimmt da eigentlich in Parma seinen Anfang und damit ist natürlich Coreggion ganz ganz wichtiger Meilenstein auch für die Deckenmahlerei geworden.
00:08:23: Und er war ein Superstar, Sie haben es ja schon gesagt und jetzt ist im letzten Jahrhundert seine Bekanntheit verblasst.
00:08:31: Wie kann man das erklären?
00:08:33: Also wie immer gibt es natürlich mehr als einen Grund.
00:08:36: also erst mal haben wir's mit einem Geschmackswandel zu tun.
00:08:40: Die Kunst von Correggio ist sehr stark auf das Gefühl gemünzt.
00:08:45: Das betrifft sowohl die religiöse Themen Allerdings auch seine Werke profanen Inhalts, die eine ganz schwule Erotik auszeichnet.
00:08:54: Und da würde ich sagen das ist für ein bürgerliches Publikum in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts und gerade auch in Dresden wo wichtige Werke waren im protestantisches Bürgertum als Publikums gewesen ist.
00:09:07: Das war einfach ein bisschen too much!
00:09:10: Da hat sozusagen einen zurückhaltenderer Raphael mehr gepasst.
00:09:15: Es hat aber auch damit zu tun, dass Coreggio selbst ja niemals in den großen Kunstzentren Rom Florence und Venedig tätig gewesen ist sondern ausschließlich in der Emilia-Romania und mit dem Aufkommen der Eisenbahn oder einem anderen Reiseverhalten.
00:09:31: da war man einfach nicht mehr gezwungen stopp zu machen im Parma in Modena und konnte damit sozusagen die Hauptwerke von Coreggo verpassen.
00:09:39: Und dann haben wir noch den Punkt, dass die Fotografie als das wichtigste Vermittlungsmedium auftaucht.
00:09:47: Gerade bei Corecho geht es um Farbe und riesengroße Deckenflächen, die auch räumlich gestaltet sind.
00:09:56: Das kann eine Fotografieschlechter vermitteln als sogar ein Kupferstich.
00:10:00: Die Werke von Corecho, die gemälde wiederum, sind sehr kleinteilig.
00:10:05: Das ist natürlich auch was für Abbildungen in einem Kunstbuch.
00:10:08: auch nicht besonders geeignet ist.
00:10:10: Und dann gibt es sogar noch einen weiteren Punkt, im zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts hat sich die Kunstgeschichte als wissenschaftliche Disziplin etabliert und beschäftigt sich gerade in dieser Zeit ganz besonders mit Formen- und Stilfragen.
00:10:25: Correggio wiederum hat eine Kunst geschaffen, die zwischen den Stilen steht.
00:10:31: also er arbeitet in der Zeit der Renaissance.
00:10:34: aber das was er macht ist zu wenig klassisch zu wenig harmonisch.
00:10:40: Es ist im Prinzip schon zu gefühlvoll eigentlich Barock, aber dazu ist er zu früh.
00:10:45: und ja ich glaube das sind alles Punkte die er so beigetragen haben dass wir ihn heute eigentlich gar nicht mehr auf dem Schirm haben.
00:10:52: Das könnte sich ja jetzt ändern.
00:10:54: Sie sind sozusagen der erste Kurator weltweit, muss man sagen, eine Ausstellung zu diesem Star außerhalb von Italien kuratiert und zu dessen Wiederentdeckung beitragen kann – das muss ich für sie wie eine Riesenherforderung und auch wie ein Ritterschlag anfühlen.
00:11:12: Ja also das ist ne Sache... vor der ich wirklich Respekt habe, das macht man einmal im Leben.
00:11:18: Dass man einen Künstler dieser Bedeutung zeigen kann, der allerdings so noch nicht bekannt ist und dass man sozusagen das Bild mitprägen kann, dass sich die Leute zukünftig von ihm machen werden.
00:11:36: Das ist natürlich ganz großartig!
00:11:40: Ich freue mich wahnsinnig auf diese Ausstellung über diese Gelegenheit.
00:11:44: Ich freue mich auch drauf, habe aber vorhin noch ein paar Fragen.
00:11:47: Anlass der Ausstellung ist ja eine Restaurierung des Werkes Madonna des heiligen Sebastian gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung und der schofschen Stiftung.
00:11:57: ich habe gelesen – ich weiß gar nicht ob es aus ihrem Artikel ist dass dort fünfzehn Schichten von Übermalungen entfernt wurden.
00:12:08: Das muss ja ein monumentaler Akt gewesen sein, dieses Werk sozusagen wieder aus Farbschichten auszupacken?
00:12:15: Ja und Sie sagen ein sehr schönes Wort auspacken.
00:12:19: also wir sehen jetzt eigentlich das erste Mal seit fünfhundert Jahren wieder bei diesem Gemälde die originalen Farben von Correggio, die unglaubliche Plastizität der seinen Figuren gegeben hat.
00:12:30: und es hat tatsächlich vier Jahre gedauert dieses Werk zu restaurieren weil an diesem Werk, das die dickste Restaurierungsakte von allen Gemälden der Gemäldegalerie Altemeister hatte.
00:12:42: Weil dieses Werk rund um Patient war – auch der Bildträger aus fünf Holzbrettern Bestand war komplett verzogen, an den Fugen war die Malerei weggebrochen über Jahrhunderte immer wieder ergänzt und erweitert worden.
00:13:01: Ja, und wir sehen jetzt zum ersten Mal seit fast fünfhundert Jahren dieses im wahrsten Sinne des Wortes strahlende Werk.
00:13:10: Das ist berührend!
00:13:11: Und da freue ich mich auch ganz besonders drauf, dass unser Publikum das zum ersten mal jetzt auch dann sehen
00:13:16: kann.".
00:13:18: Sie haben ja Ihre Ausstellung den Namen gegeben Correggio Berührend Menschlich?
00:13:24: Was hat es damit auf
00:13:24: sich?".
00:13:25: Wir haben uns die Frage gestellt einerseits was Typische für Coreggio, das Corregesque.
00:13:32: Übrigens eine Frage die schon im achtzehn Jahrhundert gestellt wurde.
00:13:34: da hat man sich dann mit dem Begriff der begriff der Corrigosity in Gruskotanien aus der Affäre gezogen.
00:13:41: Wie können wir Coreggo auf den Punkt bringen?
00:13:44: Was ist für ein Lesart von Coreggios können wir anbieten?
00:13:47: und was wir eben festgestellt haben ist es mit Coreggos die Darstellungsgegenstände, die Heiligen die Götter, die er zeigt.
00:13:56: So eine unglaubliche Nahrbarkeit erhalten.
00:13:59: Das ist das was ein Goethe fasziniert hat oder was einen Balsak fasziniert hat und das schien uns interessant denn gerade in unserer Zeit heute scheinen wir ja zwischen den Extremen, zwischen einerseits der Dauertematisierung von Gefühl- und Emotionen und andererseits zwischen der Abwesenheit des Menschen stichwort KI zu schweben.
00:14:21: und da schien Wie soll ich sagen, aktueller Künstler auf seine Weise ist in dem er auf der Suche nach dem authentischen Gefühl geht und das ins Bild zu bannen versucht.
00:14:35: Ein anderer Aspekt den ich interessant finde ist dass es ja von Coregio tatsächlich nicht allzu viele Werke gibt und zwei haben wir schon erwähnt die im Besitz der staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind.
00:14:49: sie haben noch zwei weitere was ja ein für die Kulturstiftung der Länder nicht unwichtiger Aspekt ist, weil eine solche Ausstellung ausgehen soll von den eigenen Sammlungsbeständen.
00:15:02: Ich denke da ist unsere Ausstellung wirklich ein Paradebeispiel für sozusagen diesen Anspruch.
00:15:07: also vielleicht nochmal alle Hörerinnen und Hörern um sich das klarzumachen Von Coreggio existieren weltweit noch etwa sechzig erhaltene bewegliche Werke Also das heißt, Tafelgemälde oder Leinwand-Gemälde.
00:15:23: In Deutschland befinden sich gerade mal fünf und Dresden besitzt vier!
00:15:28: Und die viert Dresdner Werke sind die größten Gemäldee, die Coreggio jemals geschaffen hat – abgesehen von den Fresken natürlich.
00:15:35: Und darunter das berühmteste Gemäle, dass er geschaffen hatte, die heilige Nacht Lanotte also Die Nacht.
00:15:42: Wir haben auch mit der Madonna des Heiligen Franziskus das früheste dokumentierte Werk aus dem Gesamtwerk, aus dem övre Courageous.
00:15:52: Und das ist natürlich ein ganz großer Schatz mit dem man schon ja im Prinzip fast die Geschichte Courageaus erzählen kann.
00:16:00: und hinzukommt dass unsere Kolleginnen und Kollegen aus unserem Schwestermuseum den Kupferstichkabinett drei Courageau Originalzeichnungen haben.
00:16:10: Das heißt also da haben wir wirklich ganz viel schon parat Und in unserer Sammlung selbst haben wir dann noch weitere Werke von Künstlern, die Coreggio geprägt haben.
00:16:19: Wie beispielsweise Marla Mantegna oder von Parmigianino einem Zeitgenossen mit dem Coreggial zusammengearbeitet hat.
00:16:26: Das heißt, wir können wirklich ein Panorama
00:16:28: öffnen.".
00:16:30: Jetzt haben Sie grad schon einige Werke genannt, die sie zeigen werden – nämlich insbesondere Ihre eigenen!
00:16:35: Was zeigen Sie denn insgesamt wenn Sie das in zwei, drei Sätzen zusammenfassen müssen und wie vermitteln Sie das?
00:16:41: Wir versuchen möglichst einen Gesamteindruck von dem Werk Courageous zu vermitteln.
00:16:46: Und dazu gehört natürlich auch das profanerotische Werk, also gerade die Aktfiguren.
00:16:52: Courageaus sind Vorläufer der modernen Erotika – man kann es gar nicht anders sagen und da werden wir ja auch einige Werke haben, die durchaus kontroverses Potenzial besitzen beispielsweise eine schlafende Venus aus dem Louvre, die eigentlich nicht nur den Schlaf hingegeben ist sondern auch unserem voyeuristischen Blick.
00:17:12: Wir werden aber natürlich auch versuchen, wir reden so viel über die Fresken.
00:17:16: Diese Fresken, die natürlich nicht transportabel sind ins Bild zu setzen Und da haben wir beispielsweise Entwurfszeichnungen.
00:17:24: Wir haben aber auch Reproduktionsgrafiken nach diesen Fresken und darauf freue ich mich auch besonders, einer unserer Mitarbeiter wird sogar extra nach Parmar reisen und hat die Erlaubnis bekommen mit einer Drohne rund um Aufnahmen in der Kuppel des Domes von Parma zu machen oder in der Kirche San Giovanni Evangelista.
00:17:44: Diese tausenden Aufnahmen werden dann digital zusammengesetzt und so umgerechnet, dass sie in einer Projektionsfläche eine dreidimensionale Kuppel, die wir in unserem Ausstellungsraum haben auch projiziert werden können.
00:17:58: Sodass sich möglichst für unsere Besuchenden ein immersiver Eindruck von diesem Werk, diesem Hauptwerker gibt, das wir eben nicht in die Ausstellung holen können.
00:18:07: Ich möchte aber noch mal betonen, dass ich natürlich als Kurator- und Kunsthistoriker mich vor allem über die vielen Kunstwerke Freue, die im Original da sein werden.
00:18:17: Also aus dem Prado, aus dem Louvre, aus den Uffizien... also im Prinzip aus dem Hues-Hu der großen Kunstmuseen Europas.
00:18:26: Das ist natürlich auch ganz großartig.
00:18:29: Fantastisch!
00:18:30: Und es gibt, das ist wohl auch ein Teil des Vermittlungskonzeptes eine Ausstellung die von Jugendlichen für Jugendliche korratiert wird.
00:18:39: Wie muss man sich das vorstellen?
00:18:41: Ja!
00:18:41: Das ist richtig und das ist auch ein sehr spannendes Projekt für uns weil es auch in experimentellen Charakter hat.
00:18:46: wir wissen noch nicht so richtig was dabei rauskommen wird.
00:18:50: Es ist so dass ich eben jugendlich von einem Dresdner Gymnasium Die Frage gestellt haben nach ja nach Gefühl im Bild.
00:19:01: Das heißt es werden natürlich keine Coregio-Bilder sein, aber der gemeinsame Aspekt oder der Ankunftspunkt ist das Bilder aus unserem Depot und auch aus der ständigen Sammlung in denen Gefühle vermittelt werden im Zentrum stehen und wir uns die Frage stellen was spricht die Jugendlichen daran an?
00:19:22: Und die Jugendliche reflektieren wie Gefühlen vermitteln werden Und die Ausstellung heißt dann, fühlst du's?
00:19:30: Ich finde es besonders interessant anzusehen was die Auswahl der Jugendlichen gewesen sein wird.
00:19:35: Welche Gefühle sie da interessant oder ja schwierig spannend fanden.
00:19:44: also da lassen wir uns mal überraschen was passiert und auch ist es für uns natürlich interessant zu sehen wie verhält sich das?
00:19:50: dann zur Coreggio?
00:19:54: Ich glaube, dass man dann auch das Spezifische von Correggio noch mal besser verstehen wird.
00:19:58: Wenn man so einen bunten Strauß von Gefühlsdarstellungen ganz anderer Künstler abgehen kann.
00:20:05: Ich weiß, dass es für ein Korator immer schwierig zu beantworten ist aber haben Sie etwas wie ein Lieblingsobjekt in dieser Ausstellung?
00:20:16: Ja, schwierig zu Beantworten haben sie vollkommen recht!
00:20:19: Tatsächlich eines unserer eigenen Werke, die Madonna des heiligen Georg eines der spätesten Werke das Coreggio geschaffen hat.
00:20:27: Ich finde daran hoch spannend wie bewegt und ausgelassen und fröhlich und exaltiert die Heiligen sich um den Mutter Gottes tummeln.
00:20:37: also stellen sie sich beispielsweise ein Christuskind vor dass nach der Stadt Modena da wird ein Stadtmodell gereicht Die Hände ausstreckt wie nach einem Spielzeug Und dann haben wir einen heiligen Johannes den Teufer, der sehr, sehr androgyn ist.
00:20:53: Dass man sich wirklich fragen kann, ist das eigentlich ein junger Mann?
00:20:56: Eine junge Frau?
00:20:57: und er lacht uns so verführerisch an und enthüllt sein Bein, dass uns das erste Mal überrascht in einem religiösen Werk.
00:21:08: Ich fand es sehr schön – ich bin bei den Recherchen auf einen Kommentar von gesagt haben, ja das sind rosige Heilige mit parfümierten Bärten die wie galante Priester aussehen und wie Tänzer mit Sprechen in Gesten mit der Jungfrau sprechen.
00:21:29: Und den heiligen Johannistin Teufa mit dem schönen Oberschenkel.
00:21:32: also das ist ein Zitat schön oberschenke.
00:21:35: denen bezeichnen sie dann sogar auch Zitat als Hermaphrodit.
00:21:38: und ich glaube dass dieses Werk Es ist ein Alltagemälde deutlich machen kann, dass es bei Coregio Feel zu entdecken gibt und auch an überraschender Stelle.
00:21:49: Und ja deswegen kann ich nur einladen schauen Sie sich dieses Werk ganz aufmerksam an.
00:21:54: Ich möchte jetzt mal davon ausgehen das diese Ausstellung eine ist die auch was die Forschungsergebnisse und die Ergebnisse ihrer Recherche zu dieser Ausstellung wahrscheinlich nachhaltig sein werden, auch für die Kunstwelt.
00:22:11: Aber mich interessiert auch was lernt man für sein Leben wenn man in diese Ausstellung geht?
00:22:18: Und was haben Sie in Vorbereitung dieser Ausstellungen obwohl sie sich ja nicht erst seit vorgestern mit Coreggio beschäftigen, was haben sie auch noch gelernt?
00:22:29: Also ich habe gelernt dass die italienische Renaissancekunst sehr viel bunter, sehr viel überraschender und bewegter ist als man es vielleicht vorstellen kann.
00:22:45: Dass Bilder in einer unglaublichen Intensität oder Begeisterung Freude transportieren können und dass diese Bereiche, die wir oft getrennt denken, Religion sich erstaunlich nahekommen können.
00:23:04: Und das ist, glaube ich auch für ein breites Publikum erst mal überraschend und ich glaube was man einfach mitnehmen kann ist dass man einer unglaublichen Schönheit begegnet die vielleicht auch manchmal fremd ist für uns weil es eine andere Bildkultur die fünfhundert Jahre alt ist.
00:23:23: Das glaube ich ist das Schöne daran.
00:23:25: das sind Bilder.
00:23:26: an denen hat man sich also wenn man gut allgemein Bildung hat noch nicht tot gesehen.
00:23:32: Die sind einem noch nicht auf jeder Kaffeetasse in jedem Bildband begegnet, den es irgendwie zum Thema Italien gibt.
00:23:39: und das ist eigentlich eine Einladung.
00:23:41: wie soll ich sagen ja immer über den Tellerrand unseres Italienbildes zu schauen und festzustellen da gibt's ja noch ganz viel was auf uns wartet.
00:23:55: Das würde ich als Angebot sehen sozusagen an unsere Besuchenden
00:23:59: Wunderbar.
00:24:00: Dann hoffe ich, dass die Hörerinnen und Hörern dieses Podcast sich von der Begeisterung anstecken lassen.
00:24:07: Die man ihnen anmerkt und das die Besucherinnen und Besucher ähnlich inspiriert sein werden von der Ausstellung Corecho berührend menschlich vom neunzehnten September zwetausendsechsundzwanzig bis zum zehnten Januar zweitausend.
00:24:43: Ja, ich danke Ihnen auch und kann nur die Einladung aussprechen.
00:24:45: Kommen Sie zu Besuch in Die Gemälde Galerie Alte Meister nach Dresden!
00:24:48: Vielen Dank!